Donnerstag, 7. Februar 2013

Minimalisten wie du und ich: Don Aslett


Don Aslett ist der Vater des Ausmistens.

Gut, das weiß ich auch erst seit heute Nachmittag. Bis dahin hatte ich den Namen ehrlicherweise noch nicht gehört. Er hat offenbar den im amerikanischen Englisch so beliebten Begriff "decluttering" geprägt, ist mittlerweile jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten.

Er hat vor 20 Jahren gleich eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, die offenbar immer noch großen Anklang finden. Jüngeren Autoren wird mitunter vorgeworfen, von ihm abgeschrieben zu haben. Seine Werke bestechen wohl durch ihren leichten Stil und sympathischen Humor.

Und sehr sympathisch finde ich auch, wie das Thema Ausmisten überhaupt erst in Don Asletts Leben trat: Er hat irgendwann gemerkt, dass man einen Großteil der Putzarbeit für Dinge macht, die man weder braucht noch schön findet. Und schon war die Idee des strukturierten Ausmistens geboren.

Heute hat Don Aslett übrigens immer noch eine Firma, die Reinigungsmittel vertreibt.

Freitag, 25. Januar 2013

Minimalisten wie du und ich: José Mujica, Präsident von Urugay

Quelle: http://www.elcomercio.com

Der nette ältere Herr da oben ist José Mujica, und zufällig auch der Präsident von Urugay. Sein offizieller Dienstwagen ist ein Opel Corsa.

Quelle: worldatlas.com

Er spendet 90% seines Gehaltes direkt wieder für wohltätige Zwecke, weil er sagt, dass er einfach nicht mehr braucht. Ihm bleiben dadurch 1.250 Dollar monatlich, und ihm ist bewusst, dass seine Landsleute oft mit viel weniger auskommen müssen. Seine Frau und er leben immer noch in dem kleinen Bauernhaus in der Nähe der Hauptstadt Montevideo wie vor der Wahl.

Und er sagte zur BBC: "Das ist vor allem eine Frage der Freiheit. Wenn man nicht viele Besitztümer hat, dann muss man nicht sein ganzes Leben wie ein Sklave arbeiten, um sie zu erhalten. Deshalb hat man mehr Zeit für sich".

[Quelle: Huffington Post]

Mich überrascht das. Ich hätte nie gedacht, dass Menschen mit dieser Einstellung Präsident werden können. Ich dachte, dafür braucht es Ellbogen und Machtgier. Aber wie gut, dass ich falsch gedacht habe - offenbar findet da ein Wandel statt.

PS: Von Beruf ist der Präsident eigentlich Blumenzüchter. Die behalten offenbar immer den Sinn für das wahrhaft Schöne im Leben.

Sonntag, 20. Januar 2013

Loslassen können


Ohne Worte - toll, wenn jemand so gut loslassen kann. Und nicht von seinem Besitz dominiert wird.

Samstag, 12. Januar 2013

Minimalisten wie du und ich: Mein Spanisch-Dozent


 
An der Uni hatte ich einen tollen Spanisch-Dozenten (nee, nicht Jim Carrey - das Bild passte gerade nur inhaltlich). Er war früher der persönliche Dolmetscher von Willy Brandt und hat mit endlos vielen berühmten Leuten zusammengearbeitet. Er stand schon bei "Wetten, dass ?!" auf der Bühne (als ein spanischer Wettgast da war) und überhaupt. Einfach ein total spannender Mensch. Der vieles gesehen und erlebt hat. Und der immer mal wieder seine Weisheiten hat einfließen lassen. Was habe ich seine Geschichten im Unterricht geliebt.

Ein mal sprachen wir über die aktuelle Tagespolitik, die an dem Tag aus irgendeinem Steuerhinterziehungsskandal bestand. Für diesen Skandal musste der Vorstandsvorsitzende seinen Hut nehmen und gehen. Mein Dozent fragte, wie man als reicher Mann für noch mehr Geld seinen Ruf und seinen Job riskieren könnte. Und dann sinnierte er:

"Ich frage mich immer, was die Leute mit dem ganzen Geld eigentlich wollen. Nach einem Teller Kartoffeln sind die doch auch satt". 

Ich fand den letzten Satz unglaublich toll. Finde ich heute noch.

Denn klar: Wir alle brauchen die Erfüllung gewisser Grundbedürfnisse. Wir müssen eine gewisse Summe im Monat haben, um uns grundlegend zu versorgen. Wir wollen in der Regel ein bisschen mehr haben, damit hier und da etwas Schönes drin ist (muss ja nichts Materielles sein). Und um nicht täglich nachrechnen zu müssen, ob man den Monat überlebt.

Wenn man aber ganz gut lebt, was hilft einem dann noch mehr? Und wann hört das Verlangen nach noch mehr auf?

Wahrscheinlich erst, wenn man fühlt: Hier und jetzt reicht mir das, was gerade ist. Ich habe den magischen "Jetzt-ist-es-gerade-eben-genug-und-nicht-zu-wenig-und-nicht-zu-viel"-Punkt gefunden. Ich habe alles, was ich brauche. Ich bin am Ziel.

Herr W., Danke für diese Weisheit.

Weg damit!


 
         In der Kategorie "Weg damit!" dokumentiere ich, was ich täglich so ausmiste. Los geht's!

Das ging noch vor Weihnachten in die Givebox Düsseldorf-Flingern - fast unsere gesamte CD-Sammlung. Mein Mann auch auch kräftig ausgemistet. Als Datenträger sind CDs einfach nicht mehr ganz aktuell, und viel wichtiger: Wir haben sie einfach nie gehört.

Ein paar haben wir behalten, und die hören wir auch tatsächlich ab und an.

Mittwoch, 9. Januar 2013

7 Tage für einen leichten Start ins Neue Jahr - 7/7


 Die Woche ist rum! Das ist gestern rausgeflogen:


Ein Ring, wie wir sie im Studium alle hatten. Als angehender, aber sparsamer Dolmetscher bastelt man sich die Blöcke für's Notieren der ewig langen Reden selbst. Hatte ich vier Jahre oder so nicht in der Hand. 


Wattebällchen. Mein Mann sagt, er hat sie nicht gekauft. Ich war's auch nicht. Ich glaube ja, dass er es war. Aber es wird für alle Zeiten ein Mysterium bleiben.



Ein Päckchen mit Seife und anderem Bad-Zubehör aus einem Urlaub in Holland. Mitgenommen für eine Freundin, die sowas auf Ebay verkauft. Darauf hat sie momentan aber keine Lust, und bis wir uns das nächste Mal sehen .... weg damit. 

Und, wie ist es bei den Mit-Ausmistern gelaufen? Hat's ein bisschen Spaß gemacht? 

Ich habe gemerkt, dass es mich sehr motiviert hat, wieder loszulegen. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag nach der Arbeit eine kleine Runde durch die Wohnung zu drehen und zu gucken, was mir in die Hände fällt. Irgendetwas findet man immer.

Andererseits habe ich gemerkt, dass ich an vielen Tagen einiges liegen gelassen habe, weil ich ja auch am nächsten Tag noch drei Gegenstände brauchte ... das ist eigentlich nicht im Sinne des Erfinders. 

Aber jetzt sind 21 Sachen wieder geschafft, und ich habe richtig Lust, den Ebay-/Givebox-/Wissen-wir-noch-nicht-so-genau-Haufen im Wohnzimmer wegzuzaubern. Wenn der endlich weg ist, gibt es Fotos!