Montag, 12. September 2011

Unser (halbwegs) minimalistisches Schlafzimmer


Da ich es selbst immer spannend finde zu sehen, wie andere so leben, zeige ich hier mal ein erstes Ergebnis meiner Entrümpelungsarbeit. Es ist noch einiges zu tun, aber glaubt mir, es ist viel, viel weniger Zeug drin als vorher. Hätte ich ein vernünftiges Vorher-Foto, könnte man es sehen. Wir hatten das weiße Regal (siehe Foto unten) direkt seitlich an den Betten als Raumteiler genutzt, und außerdem standen noch zwei lange Kleiderständer für all die Kleidung in der Nähe des Fensters. Und wir haben dort eine Vielzahl an Küchengegenständen gelagert, die wir in der Küche nie benutzt haben.

Die kleine Couch ist übrigens das 2er-Element von einer Serie. Wir hatten auch das 3er-Element und den 1er-Sessel hier bei uns in der Wohnung. Ich Nachhinein weiß ich gar nicht, wie all das hier reingepasst hat. Die Couch haben meine Eltern in ihrem Studium gekauft. Das ist gut 35 Jahre her. Sagt nicht, ich würde nicht alles recyclen, was geht. ;-)

Mein Ziel ist es, dass wir uns auf zwei Bettgarnituren einigen. Die auf dem Bild (oben) ist meine Liebste. Ansonsten haben wir noch eine andere, die auch sehr schön ist. Beide haben wir uns selbst gekauft. Die geschenkten haben nie in unsere Einrichtung gepasst. Mehr als zwei Bettgarnituren brauchen wir nicht, und wenn man einen Trockner benutzt, dann kommt man sogar mit einer aus.

Oh, und was mir erst beim Korrekturlesen auffiel, weil es für mich so normal ist: Ja, wir schlafen mit dem Lattenrost direkt auf dem Boden und haben kein Bett. Wir haben keins gefunden, und dann haben wir nach einigen Wochen auf dem Boden gemerkt, dass wir keins brauchen. Wir haben früher unsere Lattenroste mit Tesafilm oder Kabelbindern zusammengehalten. Ein gemeinsamer Bezug für beide Matratzen tut es aber auch. ;-)


Der blaue Schrank ist noch aus meinem Jugendzimmer (und damit in etwa 16 Jahre alt). Ich habe auch den Schreibtisch und das Bett dazu. Wir teilen uns den Schrank. Wenn man sich auf die Sachen beschränkt, die man wirklich trägt, dann passt das Zeug von zwei Personen locker rein, auch Wintersachen, Bettwäsche und Handtücher. Ich hätte das nie gedacht, aber der Platz reicht wirklich. Außerdem sind die drei Holzkörbe im Regal für meine Wäsche (mein Mann hat die drei Schubladen unten im Schrank).

In dem Regal sind momentan noch viele Sachen abgestellt, die noch verkauft werden sollen, bzw. Fotos und alte Briefe, die gescannt werden.

Die Gitarre hat mein Mann in den fast sechs Jahren, in denen ich ihn kenne, niemals angefasst. Aber er hat sie einfach gerne. Wir behalten alles, was uns Freude bringt, nicht nur, was wir benutzen.


Ich weiß, man soll Sachen nicht über die Tür hängen, aber ich wollte für das Foto jetzt auch nichts beschönigen. ;-) Meine Sportsachen hänge ich einfach gerne an die Türgriffe und oben über die Tür.

An der Wand lehnte Ewigkeiten lang eine Matratze ("falls mal Gäste kommen"), die jetzt zum Glück verkauft ist.


Diese Bücher standen alle in unserem Regal! Ich hatte erst 300-400 Bücher gezählt, die wahre Zahl liegt nach meiner neueren Zählung aber eher bei 600. Ich weiß nicht, ob ich böse sein soll, dass ich einige Wochenenden meines Lebens mit Ebay-Verkäufen verbringen werde. Oder ob ich mich freuen soll, dass mein Mann mir zu meinem Geburtstag schenken wird, dass ich alle Bücher verkaufen darf (es sind hauptsächlich seine). Ende des Jahres werden sie hoffentlich alle weg sein, und dann kaufen wir uns den Kindle. Obwohl man die Kindle-Versionen sogar am PC lesen kann, wenn man das will.

So, das war ein Teil unserer Wohnung. Ich fühle mich jetzt viel wohler darin. Der Raum wirkt größer. Er ist erheblich leichter zu putzen. Ich entspanne mich dort viel besser. Ich erwische mich, wie ich mich zum Telefonieren auf die kleine Couch lege oder zum Musikhören auf's Bett, und mich dort einfach wohlfühle. Ich kann das Mehr an Raum total genießen.

Ich freue mich auf eure Kommentare dazu! Da mir jetzt schon verschiedene Leute geschrieben haben, dass sie keine Kommentare hinterlassen konnten, schickt zur Not eure Beiträge einfach an fruchtundgruen (ett) gmail.com, ja? Es ist so schade, wenn sowas verloren geht, und außerdem freue ich mich immer so über eure Kommentare! :-)

Kommentare:

  1. Wow... ich lese auch schon länger immer wieder über Minimalismus und mich fasziniert das total.
    Ich denke in meinem nächsten Urlaub werde ich mich auch mal dran machen meine wohnung bzw den keller zu entrümpeln.
    Mein Kleiderschrank musste vor ein paar Wochen schon dran glauben und es tat uuunglaublich gut :-)

    Freu mich über weitere Berichte und Links/Informationen zu dem Thema.

    Liebste Grüße
    Frau Hase

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  2. Hi Lissa!
    Wow...das sind ja Bücher...ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
    Ich bin echt sprachlos. Soooooo viele!

    Ich gebe Bücher eigentlich meistens weiter an jemanden, den ich mag und bei dem ich denke, das er das Buch mag. Ich behalte eigentlich nur die wirklich wirklich guten...also Kochbücher oder logischerweise Herr der Ringe und so.

    Ich glaube, ich hab noch nie so viele Bücher auf einen Haufen gesehen.

    Wir hatten auch lange Zeit so eine Lattenrostlösung. Fand ich immer super, bis wir uns dann mal in ein Futon verliebt haben.
    Nun haben wir tatsächlich ein Bett.

    Liebe Grüße
    und weiterhin viel viel Freude an deiner Wohnung,
    Kris

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  3. Hi liebe Frau Hase,
    es tut wirklich total gut, ne? :-) Cool mit deinem Schrank. Ich bin gespannt, was du dann im Urlaub alles so loswirst. :-) Ich bin auch immer wieder über den Effekt des Entrümpelns überrascht. Seit ich bei MissMinimalist mitlese, habe ich ganz neue Vorstellungen davon, mit wie wenig man wirklich auskommen kann. Es ist eigentlich immer weitaus weniger, als man denkt. Wahnsinn.

    Hey liebe Kris,
    zu den Büchern: Unfassbar, oder? Aber wenn dir das viel vorkommt, dann warte mal, bis ich über das Wohnzimmer blogge, da steht nämlich das Multimedia-Regal meines Mannes. ;-) Mein Mann hat einfach Jahre lang ALLES gekauft, was es bei Amazon so gab. Als wir zusammengekommen sind, müssen bei Amazon wirklich die Geschäftszahlen eingebrochen sein.

    Und generell: Ich habe eigentlich seit fünf Jahren alle paar Monaten ganz viel entrümpelt. Das, was jetzt noch da war, war schon die ganz abgespeckte Version. Und selbst die ist noch mehr, als jemals jemand brauchen oder benutzen könnte. Wo kommt nur immer dieses ganze Zeug her ...

    Ich werde das jetzt radikal umgestalten! ;-)

    Ganz liebe Grüße, ihr Zwei!
    Lissa

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  4. Klasse - es sieht echt richtig schön offen und groß aus. Genau der richtige Ort, um klare Gedanken zu haben :-)

    Ich besitze "The Joy of less" jetzt auch, und werde mich die nächsten Wochen gleich an die Arbeit machen. Dass Unordnung und Masse irgendwie den ganzen Geist blockieren, habe ich schon lange gewusst. Aber ich brauche immer irgendeinen Anstoß, ein Vorbild oder jemanden, der die ganze Situation genauso sieht und einmal mit seinen Worten darlegt, um mir auch ein System zurechtzulegen, das mir wirklich beim Handeln hilft.

    Das weiße Regal besitze ich auch. Es ist vollgestopft. Und rate mit was. Auch mit Büchern, Büchern ohne Ende :-)
    Eigentlich war ich immer unglaublich stolz drauf und wollte mir später mal eine kleine Privatbibliothek einrichten. Aber die Dinger verstauben, stehen da rum und schreien "Lies mich, sofort!" und üben Druck auf mich aus. Je weniger man liest, desto größer die Belastung. Ich habe echt so unglaublich viele Romane, die ich mir vor Jahren mal gekauft habe, und von denen ich weiß, dass ich sie wohl niemals lesen werde. Aber weil ich vor ein paar Jahren begeistert war, glaubt etwas in mir, es immer noch zu sein.

    An einem Kindle bin ich nicht interessiert, aber ich werde auch alles (bis auf ein paar Lieblingsbände) weggeben. Ich stelle es mir schön vor, immer nur 3-4 Bücher irgendwo zu liegen zu haben, die man dann gut und gern in einem Monat "abarbeiten" kann.

    Mal schauen, ob ich da auch so mutig bin, wie du :-)

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  5. Sieht gut aus, das Zimmer! schön minimalistisch, mag ich sehr gerne :)
    Bei mir und meinem Freund ist das irgendwie nicht ganz so einfach, den Raum auszumisten. Ok, die Klamotten, da muss ich jetzt auch endlich mal ran, was Ebay angeht. Ich geh zwar auch extrem selten in der Stadt shoppen, das Gedränge, die Leute, das Anstehen an der Kasse, alles nervt mich eher als dass ich es gut finde aber was Ebay angeht mache ich dort einfach zu gerne Schnäppchen.
    Und Klamotten, für die ich mal Geld ausgegeben hab aber nicht anziehe, mag ich nicht gerne wegschmeißen. Und für Flohmarkt war dieses Jahr in Hamburg echt ein mieser Sommer. Also bleibt nur Ebay, wenn man noch etwas bekommen möchte aber der Aufwand... :/ Vor allem das ganze Einpacken, Adresse draufschreiben, zur Post bringen...

    Ein Bett haben wir auch nicht, ebenfalls nur ein Lattenrost+ Matratze. Erst hatten wir nicht das Geld, für ein schönes Bett, jetzt ist es einfach irre praktisch, da mein Schlafzimmer gleichzeitig auch noch mein "Ministudio" ist und ich die Matratze samt Lattenrost einfach an die Wand schnalle und so Platz zum Fotografieren hab.
    Wobei wir bei meinen Blitzen etc. sind, die sich neben Schrank und Co im Schlafzimmer befinden, weils sonst nirgenswo Platz gibt.
    Ach ja, und mein Handtuch hängt auch immer zum Trocknen über der Tür, weil unser Bad so klein ist ;)
    Alles liebe, Maxi

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  6. Hallo Lissa,

    das sieht echt super aus. Ich finde auch das man sich wohler fühlt, wenn nicht alles so vollgestopft ist. Deswegen habe ich mir jetzt für den Winter (erst ist noch der Garten dran) vorgenommen auszumisten. Ich habe nämlich gerade das Gefühl hier von allem erdrückt zu werden. Es wird sicherlich noch ein harter Kampf bei 2 Kindern und einem Mann, die alles gebrauchen können. Und ich gebe zu, von Büchern kann ich mich nicht gut trennen. Also auch ein Kampf mit mir selbst. Aber ich freue mich schon auf ganz viel Platz.

    Bin gespannt auf Deine weiteren Berichte.

    Alles Liebe
    Aga

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  7. Ah, das hätte ich auch gern so. Nur mit Bett. Früher hab ich auch immer in Bodennähe geschlafen, jetzt machen das meine Knie nicht mehr mit. Bei uns hängt auch immer was an der Tür, auch an der Badezimmertür.

    Früher wollte ich auch immer eine Bibliothek haben, aber inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben. Habe schon ganz viele Bücher weggegeben, aber es sind immer noch Unmengen. Es sind auch unheimlich viele Bildbände zu Themen, die mich interessieren, die wegzugeben wäre schlimm. Es lagern auch viele auf dem Dachboden. Einen Kindle möchte ich irgendwann auch.

    Und Fotos einscannen würde ich auch gern. Diese ganzen Alben (Ringbücher) nehmen doch wahnsinnig viel Platz weg.

    Wir haben unglaublich viele Spiele. Die meisten sind noch aus der Kindheit meines Mannes. Er ist sehr verwöhnt worden und hatte von allem viel. Wir spielen nicht damit, sie stehen nur rum. Ein komplettes Regal voller alter Spiele im Keller *haarerauf*.

    Es ist ja nicht nur das Haus. Wir haben auch noch ein Gartenhaus und eine Garage (in der noch nie ein Auto gestanden hat, weil da Zeug drin steht).

    Meinen Kleiderschrank miste ich regelmäßig aus. Die Küche war kürzlich an der Reihe. Ich habe unglaublich viel Handarbeitsmaterial und -bücher an die Kirche gestiftet. Das hat mich schon erleichtert. Aber das schwierigste ist, meinen Mann zu überzeugen. Z.B. daß er die riiiiesige Kiste voller VHS-Kassetten nicht mehr braucht. Oder daß er sich nicht immer Sachen von seinem Vater andrehen lassen soll. Der ist nämlich zu faul, Zeug selbst zu entsorgen. Gute Güte, ich könnte ewig so weiterschreiben. Mir scheint, da muß was passieren *g*.

    Grüße
    Ute

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  8. Nachtrag:
    Um Dinge zu lagern, die verkauft oder verschenkt werden sollen, braucht man Platz. Den haben wir nicht. Also habe ich beschlossen, daß nächstes Wochenende die Garage aufgeräumt wird. Mein Mann hat zugestimmt *staun*. Er konnte mir sogar eine (lange) Liste des Inhalts mailen. Kein Wunder, bis auf den Schlitten hat er alles angeschleppt (z.B. der Plastiktannenbaum von meinem Schwiegervater *lol*). Drückt uns die Daumen, daß das Wetter mitspielt und ich GöGa rechtzeitig aus dem Bett bekomme und er dann nicht erst drei Stunden "frühstücken" muß.

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  9. Wow, das ist ja mal eine Resonanz! Das Thema scheint momentan echt aktuell zu sein.

    Hey WindimHaar, oh ja, die Gegenstände scheinen eine fast böse anzugucken, wenn man sie nicht benutzt! Ich fühle mich in der Umgebung von unerledigten Dingen auch so furchtbar unwohl. Bestimmt bist du auch mutig! :-) Was ich ein paar Mal gemacht habe, keine Ahnung, ob das auch für andere funktioniert: Ich habe die Sachen probeweise mal alle weggeräumt, aber nur woanders hingestellt. Und dann habe ich den "neuen" Raum einfach mal auf mich wirken lassen. Und nach ein paar Wochen habe ich gemerkt, dass wirklich niemand die Gegenstände vermisst, die ich weggeräumt hatte ... wenn überhaupt noch jemand daran gedacht hat, dass da vorher mal was anderes stand.
    Wenn du The Joy of Less gelesen hast, schreibst du darüber eine Rezension? :-) Würde mich sehr interessieren, wie es dir gefällt! :-)

    Hi Maxi, oh ja, du sagst es! All der Aufwand, das Zeug über Ebay o.ä. wieder loszuwerden! MissMinimalist sagt, dass sie dadurch eine bessere Minimalistin geworden ist. Denn bei der nächsten Sache, die man kaufen will, überlegt man drei Mal, ob man es wirklich haben will. Oder ob wieder eine ewig lange Odyssee bei Ebay folgt.
    Oh stimmt, deine Fotoausrüstung! Glaube ich, dafür ist ein flexibleres Bett superpraktisch. Da hat man direkt eine Motivation, bei ganz wenig Möbeln zu bleiben. ;-)

    Hallo Aga! :-) Ich kann nachfühlen, was du sagst. Ich habe mich auch ganz oft erdrückt gefühlt, so als würde einem jemand die Luft zum Atmen nehmen. Das kann ich sehr gut verstehen, dass es mit Mann und Kindern nicht einfacher wird. Ich habe meinen Mann zum Glück ein wenig anstecken können, und ansonsten haben wir Kompromisse geschlossen. Aber auch die kleinen Entrümpelungsaktionen geben einem schon ein viel freieres Gefühl! Schrittchen für Schrittchen, auch, wenn andere einem (fast) einen Strich durch die Rechnung machen.

    Hallo Ute! Mensch, und ich dachte, bei uns wäre es voll mit Sachen .... Oh ja, ich drücke dir wirklich von Herzen die Daumen, dass ihr ein paar Sachen aus der Garage loswerden könnt. Wenn das Überflüssige weg ist, dann atmet man viel tiefer durch und fühlt sich einfach freier. Lustig, dass dein Mann einfach zugestimmt hat. Aber super - besser jetzt nicht mehr nachfragen. ;-)
    Der Plastiktannenbaum und die VHS-Kassetten klingen echt, als wären sie Kandidaten für die nächste Entrümpelungsrunde. Ich glaube, wir haben alle solche oder ähnliche Sachen in unserem Kellern und Kisten. Ich hege die Hoffnung, sowas in Zukunft direkt zu erkennen und gar nicht mehr mit nach Hause zu nehmen, aber wer weiß das schon.


    Ganz liebe Grüße!

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