Samstag, 15. September 2012

Weg damit!

Alte gebrannte CDs - zu Ende gehört, weg damit.

Eine PC-Tasche. Weiß der Geier, woher.

Eine ehemals wunderschöne Herz-Orchidee, die mangels richtiger Pflege nun ohne Blüten dasteht. Vielleicht sollten wir unseren Traum vom Orchideenzüchten doch gleich mit ausmisten.

Ein Sieb, dessen Griff kaputt ist - endlich mal ersetzt durch ein neues. Und daher weg mit diesem hier.

Der Rucksack, der mich auf einer Reise durch Südostasien, Australien und Neuseeland begleitet hat. Ist jetzt schon an mehreren Stellen kaputt. Dass die Qualität nicht so doll ist, wusste ich gleich. Aber ich fand ihn trotzdem so schön damals.

Diese Schuhe sind nach quasi fünf Jahren Dauertragen echt hinüber. Zig mal neu besohlt, neuen Absatz machen lassen, und jetzt fallen sie oben auseinander.

Mein geliebtes 0,5L-Glas aus Frankreich. Hat letztens irgendwo einen Sprung abbekommen. Bevor sich daran jemand verletzt, weg damit. Dank IKEA haben wir noch gefühlte 20 weitere Gläser, wenn auch mit weniger Fassungsvermögen und ohne persönliche Geschichte.

Zeug, das mein Mann von Kunden bekommen hat. Packt sowas überhaupt mal jemand aus?  Schnell weg damit.

Diese Kosmetiktasche war jahrelang mein absoluter Favorit für die Aufbewahrung aller Kosmetikartikel auf Reisen. Jetzt ist sie so alt und dreckig, dass sie weg kann. Auf Reisen haben sich die Gefrierbeutel von Melitta sehr gut bewährt. Die gibt es ab jetzt statt Kulturbeutel. Haben keinen so coolen Griff, aber sind dafür absolut auslaufsicher.

In der Kategorie "Weg damit!" dokumentiere ich, was ich täglich so ausmiste. Los geht's!

Dieses Wochenende geht es wieder so vielem an den Kragen. Wenn ich heute und morgen mit allen meinen Plänen durchkomme, dann sind alle der ehemals über 600 Bücher bei Ebay eingestellt, im offenen Bücherschrank gelandet oder weggegeben. Die Wohnung sieht schon jetzt wirklich gut aus - bis auf den Raum, in dem das restliche Zeug steht. Aber das schaffe ich jetzt auch noch!

Ich merke, wie viel weniger man jetzt visuell abgelenkt ist. In den "schönen" Räumen komme ich richtig zur Ruhe. Kennt ihr den scherzhaften Spruch "Nach dem Lernen ist mein Zimmer sauber?". Ich kenne das selbst absolut - immer, wenn ich zu Hause am PC arbeiten oder lernen wollte, fiel mir erst mal auf, wie dringend doch aufgeräumt werden muss. Ich glaube, unbewusst will man sich all die optisch verwirrenden, Gehirnenergie verbrauchenden Gegenstände aus dem Weg räumen. Damit man sich endlich mal ungestört konzentrieren kann.

Mein Leben hat sich jetzt schon verändert. Ich hatte auf ein mal den Drang, einen Sportkurs zu machen. Jetzt gehe ich 1x die Woche zum Bauchtanz. Ich gehe mal wieder raus! Ich mache etwas Tolles, was mir Spaß macht. Ich treffe Leute. Ich lerne etwas Neues. Ich bewege mich. Ich bin begeistert.


Ich habe jetzt den geistigen Raum dafür. Ich merke immer stärker, wie sehr mich unser Wohnraum vorher erdrückt hat. Alles war so unübersichtlich, optisch erschlagend, ein nie enden wollender Haufen von To dos. Man hat sich ermattet hingesetzt und wollte ob all der Schwere auch dort sitzenbleiben.

Und wie oft habe ich beim Entrümpeln etwas gefunden, was ich vor Monaten gesucht hatte. Nur: Wo hätte ich damals mit der Suche anfangen sollen? Wenn man schon nicht mehr weiß, was man überhaupt besitzt, ist das wirklich toter Besitz. Und der belastet. Sobald man das Zeug loswird, geht es einem so viel besser.

Ich putze jetzt zum Beispiel gerne. Einfach mal eben hier und da durchwischen, ein bisschen Dreck wegfegen, den Spiegel putzen, die benutzten Tassen wegräumen. Denn es stehen keine Kisten im Weg, nirgendwo sind stapelweise Sachen abgelegt, die man doch nie mehr brauchen wird, nirgendwo stehen Möbel, die "man" eben zu Hause haben sollte. Man wird so viel freier, so viel flexibler. Alles wird so schön einfach und übersichtlich. Alles hat seinen Platz. Die To dos sind so klein, dass man sie kurz nebenbei erledigt. Und das schafft einfach Zeit und Raum für Neues.

Kommentare:

  1. Wow, da hast dun ja schon ordentlich was geschafft.
    All die Bücher in der kurzen Zeit!
    Wahnsinn!

    Lieben Gruß
    Kris

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  2. Ich kann's auch kaum erwarten, dass ich die letzten Kisten endlich zur Post tragen kann. :-)

    Liebe Grüße!
    Lissa

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